Manche haben vielleicht Mühe auf Albrecht Dürers Holzschnitt zur Geburt Mariens (REALonline 014301) die Wiege auf Anhieb zu finden. Dabei ist sie eigentlich im Zentrum des Raumes dargestellt, in dem die Szene verortet ist. Ein kleiner Tipp: das gesuchte Objekt wird getragen.

1, August 2017
Schon gewusst?

Im Sommer können Fliegen mitunter als lästige Nebenerscheinung der heißen Temperaturen zur wahren Plage werden. Wird ein_e Mitarbeiter_in des Instituts für Realienkunde bei der konzentrierten Arbeit im Büro von einem solchen, beständig vor dem Gesicht umhersurrenden Insekt gestört, so stellt sich ihr oder ihm vielleicht irgendwann die Frage, ob Fliegen denn auch Eingang in literarische und bildliche Darstellungen des Mittelalters gefunden haben.

Die Omnipräsenz von Weißgebäck im Mittelmeerraum gehört für viele Sommerurlauber/-innen mitteleuropäischer Provenienz zu den prägenden Erinnerungen, ebenso die Freude, wieder das „heimische“ Schwarz- oder Vollkornbrot nach der Heimkehr schmecken zu können. Dies zeigt, wie Nahrung kulturell – in diesem Fall regional – konnotiert sein kann und sich von Kindheit an tief in unsere Identitäten einschreibt.

Unfälle auf Burgen gehören zu den selten schriftlich überlieferten und noch seltener bildlich dargestellten historischen Ereignissen. Dies verwundert umso mehr, sind doch Burgen aufgrund ihrer Baumassen mit hohen Türmen und tiefen Gräben, aber auch wegen ihrer bisweilen exponierten Lage, definitiv nicht das, was man heute unter „Sicherheit am Wohnort“ subsummieren würde.

Anstatt einer Darstellung betender Stifter zeigt der Andreasaltar im Diözesanmuseum St. Pölten auf dem linken beweglichen Flügel (Werktagsseite) eine Illustration des mittelalterlichen Gedankenmodells rund um die Fürsorge für die Toten, die für die Lebenden verpflichtend war: Mit der Stiftung von Messen und der Verrichtung guter Werke wie der Almosenspende bewirkte man für verstorbene Angehörige Trost oder gar die Erlösung aus dem Fegefeuer – dem Ort der Reinigung der Seele von während der Lebenszeit nicht abgebüßten lässlichen Sünden – und konnte gleichzeitig davon ausgehen, dass einem die ausgeübten Werke eines Tages im Jenseits selbst zugutekommen würden.

All jenen, die des Schwimmens (noch) nicht mächtig sind, stehen heute verschiedene Hilfsmittel wie Schwimmflügel, Schwimmkissen oder Schwimmnudeln zur Verfügung. Dass man sich bereits im Mittelalter Gedanken über Schwimm(lern)hilfen machte, legen verschiedene Quellen nahe.

Nicht erst seit der modernen Raumfahrt interessieren sich Menschen für die Planeten. Im Mittelalter waren natürlich keine Marssonden im Einsatz. Aber für astronomische Forschungen, die auf Errungenschaften der arabischen Wissenschaft aufbauten, wurden komplexe Demonstrations- und Messinstrumente verwendet.

Eine kolorierte Federzeichnung ist einer Handschrift über die Regeln für den Kartäuserorden vorangestellt. Sie zeigt – unten auf dem Boden liegend – den heiligen Bruno, der durch die Beischrift benannt und als erster Kartäuser (und damit Gründer des Ordens) ausgewiesen ist. Mit der rechten Hand stützt Bruno seinen Kopf, mit der linken deutet er auf ein vegetabiles Gebilde, das aus seiner Seite zu wachsen scheint. Der Stamm und die Äste dieser Baumstruktur sind grün eingefärbt. Blassgelbe und blaue Blüten an den Enden bzw. Verzweigungen dieser Äste tragen Brustbilder von Mönchen, Bischöfen und einem Kardinal aus dem Kartäuserorden.