Briefe mit einem Siegel zu versehen, ist für viele Menschen eine bekannt Praxis, auch wenn wir diese heute kaum noch verwenden. Den Einsatz von Siegeln kennen wir auch von Gegenständen, wie Feuerlöschern, Gaszählern oder Notbremsen. Zumindest über die Vermittlung von Kriminalromanen und -serien sind auch Versiegelungen von Räumen oder Wohnungen durch die Polizei geläufig.

In allen Fällen dient die Anbringung eines Siegels dazu, ein unautorisiertes Zugreifen auf einen Gegenstand oder einen Bereich zu verhindern oder zumindest durch das gebrochene Siegel eine unrechtmäßige Handlung nachweisen zu können.

In Bildern von der Auferstehung Christi wird das intakte Siegel dazu genutzt, diese Schlüsselstelle der Heilsgeschichte noch deutlicher vor Augen zu führen.

Die christlichen Kirchen erinnern zu Ostern an den Kreuzestod und die Auferstehung Jesu Christi, durch die im christlichen Glauben die Erlösung der Menschheit von der Sünde und die Aussicht auf ewiges Leben begründet wird. Damit in Verbindung steht die christliche Vorstellung des Jüngsten Gerichts, bei dem die Toten zum Leben erweckt werden.

Die Auffassung eines göttlichen Gerichts am Ende des Weltgeschehens geht auf antike bzw. alttestamentliche Vorbilder zurück, nach dem neuen Testament erscheint Christus am Jüngsten Tag, um die Lebenden und die Toten nach ihren Taten zu richten.

Das „Hübsche-Februar-Mädchen“ ist unter einem anderen Namen besser bekannt: Schneeglöckchen. Es gilt als Vorbote des Frühlings und kämpft sich durch den Schnee (sofern vorhanden) an die Oberfläche. Von den etwa 20 verschiedenen Arten ist in unseren Breiten hauptsächlich das Kleine oder Gewöhnliche Schneeglöckchen verbreitet. Ein weiterer Frühlingsbote ist der Märzenbecher (auch Frühlingsknotenblume genannt), der landläufig ebenfalls als (Großes) Schneeglöckchen bezeichnet wird. Darüber, welche die schönere Blume ist, lässt sich trefflich streiten. Beide gehören zur Familie der Amaryllisgewächse, jedoch zu unterschiedlichen Gattungen.

In REALonline lassen sich über die Suchfunktion einige Schneeglöckchen und Märzenbecher finden, wobei die jeweilige Zuordnung nicht immer ganz einfach ist, weil die Pflanzen nur sehr klein im Hintergrund und nicht botanisch eindeutig dargestellt sind.

Für die Erforschung der materiellen Kultur vergangener Epochen sind menschliche Hinterlassenschaften von zentraler Bedeutung: in der wissenschaftlichen Terminologie – beispielsweise in der Archäologie, aber auch in anderen historisch arbeitenden Fachdisziplinen – werden mit diesem Begriff die aus der Vergangenheit erhaltenen materiellen Zeugnisse bezeichnet, welche in unterschiedlichen Formen auf uns gekommen sind und der Forschung als Quellen dienen können. In dieser Bedeutung – also als das, was uns historische Individuen und Gesellschaften an hinterlassen haben – bilden sie in all ihren vielfältigen Erscheinungsformen seit nunmehr fast fünfzig Jahren den Forschungsgegenstand des Instituts für Realienkunde.

Der Begriff ‚Hinterlassenschaft‘ kann aber auch verhüllend für jene Objekte unterschiedlicher Form und Konsistenz stehen, die von Menschen und Tieren als Endprodukte ihres Verdauungsprozesses  hinterlassen werden.

Manche haben vielleicht Mühe auf Albrecht Dürers Holzschnitt zur Geburt Mariens (REALonline 014301) die Wiege auf Anhieb zu finden. Dabei ist sie eigentlich im Zentrum des Raumes dargestellt, in dem die Szene verortet ist. Ein kleiner Tipp: das gesuchte Objekt wird getragen.

1, August 2017
Blog, Schon gewusst?

Im Sommer können Fliegen mitunter als lästige Nebenerscheinung der heißen Temperaturen zur wahren Plage werden. Wird ein_e Mitarbeiter_in des Instituts für Realienkunde bei der konzentrierten Arbeit im Büro von einem solchen, beständig vor dem Gesicht umhersurrenden Insekt gestört, so stellt sich ihr oder ihm vielleicht irgendwann die Frage, ob Fliegen denn auch Eingang in literarische und bildliche Darstellungen des Mittelalters gefunden haben.

Die Omnipräsenz von Weißgebäck im Mittelmeerraum gehört für viele Sommerurlauber/-innen mitteleuropäischer Provenienz zu den prägenden Erinnerungen, ebenso die Freude, wieder das „heimische“ Schwarz- oder Vollkornbrot nach der Heimkehr schmecken zu können. Dies zeigt, wie Nahrung kulturell – in diesem Fall regional – konnotiert sein kann und sich von Kindheit an tief in unsere Identitäten einschreibt.

Unfälle auf Burgen gehören zu den selten schriftlich überlieferten und noch seltener bildlich dargestellten historischen Ereignissen. Dies verwundert umso mehr, sind doch Burgen aufgrund ihrer Baumassen mit hohen Türmen und tiefen Gräben, aber auch wegen ihrer bisweilen exponierten Lage, definitiv nicht das, was man heute unter „Sicherheit am Wohnort“ subsummieren würde.

Anstatt einer Darstellung betender Stifter zeigt der Andreasaltar im Diözesanmuseum St. Pölten auf dem linken beweglichen Flügel (Werktagsseite) eine Illustration des mittelalterlichen Gedankenmodells rund um die Fürsorge für die Toten, die für die Lebenden verpflichtend war: Mit der Stiftung von Messen und der Verrichtung guter Werke wie der Almosenspende bewirkte man für verstorbene Angehörige Trost oder gar die Erlösung aus dem Fegefeuer – dem Ort der Reinigung der Seele von während der Lebenszeit nicht abgebüßten lässlichen Sünden – und konnte gleichzeitig davon ausgehen, dass einem die ausgeübten Werke eines Tages im Jenseits selbst zugutekommen würden.

All jenen, die des Schwimmens (noch) nicht mächtig sind, stehen heute verschiedene Hilfsmittel wie Schwimmflügel, Schwimmkissen oder Schwimmnudeln zur Verfügung. Dass man sich bereits im Mittelalter Gedanken über Schwimm(lern)hilfen machte, legen verschiedene Quellen nahe.

Nicht erst seit der modernen Raumfahrt interessieren sich Menschen für die Planeten. Im Mittelalter waren natürlich keine Marssonden im Einsatz. Aber für astronomische Forschungen, die auf Errungenschaften der arabischen Wissenschaft aufbauten, wurden komplexe Demonstrations- und Messinstrumente verwendet.

Eine kolorierte Federzeichnung ist einer Handschrift über die Regeln für den Kartäuserorden vorangestellt. Sie zeigt – unten auf dem Boden liegend – den heiligen Bruno, der durch die Beischrift benannt und als erster Kartäuser (und damit Gründer des Ordens) ausgewiesen ist. Mit der rechten Hand stützt Bruno seinen Kopf, mit der linken deutet er auf ein vegetabiles Gebilde, das aus seiner Seite zu wachsen scheint. Der Stamm und die Äste dieser Baumstruktur sind grün eingefärbt. Blassgelbe und blaue Blüten an den Enden bzw. Verzweigungen dieser Äste tragen Brustbilder von Mönchen, Bischöfen und einem Kardinal aus dem Kartäuserorden.